Chronik des Hauses

1883 wurde dieses Haus von meinen Urgroßeltern erbaut und nach deren Tod von meinen Großeltern, Willy und Helene Schultz übernommen.

Während der Großvater den bäuerlichen Betrieb führte, kümmerte sich die Großmutter um den Gastbetrieb. Durch ihren engagierten Einsatz wurde der "Gasthof Willy Schultz" weit über Tietzow hinaus bekannt.

Sogar aus dem fernen Berlin kamen Jagdpächter in Kutschen angereist, um in der Herberge zu wohnen und in den umliegenden Wäldern der Jagd nachzugehen. Nach Jagdende wurden die erlegten Tiere im Hof des Hauses zerlegt und für den Transport nach Berlin eingepackt.

 
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Da die bescheidenen Gasträume nicht mehr ausreichten, baute man einen Saal, um Hochzeiten und andere große Feste ausrichten zu können. Die vorbeiziehenden Gaukler nutzten die Möglichkeiten, um im Saal Vorstellungen zu geben. Meine Großmutter nahm zu Berliner Theatergruppen Kontakte auf, um sie nach Tietzow zu holen. Auch Filmvorführungen fanden in dem Saal mit angeschlossener Bühne statt, so dass der "Gasthof Willy Schultz" sich zum kulturellen Treffpunkt für die Tietzower und die Bewohner der umliegenden Dörfer entwickelte. Des Abends trafen sich die Herren zum Billardspiel und zum Gespräch, um über alle für das Dorf wichtigen Entscheidungen zu beraten. Hier wurde über den Werdegang der Dorfjugend wie auch über soziale Fragen diskutiert.

Teilung Deutschlands

Durch die Kriegsgeschehnisse änderten sich die Verhältnisse leider sehr. Meine Großmutter mußte nach dem Tod meines Großvaters ihre Wohnräume im Haus dem Objektleiter der Konsum-Gaststätte überlassen und erhielt als Bleibe eine kleine Kammer gleich neben der Waschküche. Trotz der fast menschenunwürdigen Unterbringung weigerte sie sich vehement, ihren Hof zu verlassen. Nach ihrem Tod 1966 wurde mein Vater Erbe des Hauses. Da er im Westen wohnte, mußte er einen Verwaltungsvertrag mit der kommunalen Wohnungsgesellschaft abschließen. Da auch mein Vater sein Elternhaus nicht verlieren wollte, reiste er jedes Jahr per Einreisegenehmigung nach Tietzow. Obwohl die Fahrten für meinen Vater oft in erschütternder und demütigender Weise abliefen, unterzog er sich jedes Jahr dieser Prozedur.

Nach dem Mauerfall

Als im November 1989 die Mauer fiel, war es der größte Lebenswunsch meines Vaters, den Gasthof wieder herzurichten. Mit Hilfe des Wirtschaftsministeriums in Potsdam wagte ich 1992 den Schritt, den total verfallenen Gasthof zu sanieren, um so mit meinem Einsatz zum "Aufbau Ost" beizutragen. Ich denke, dass das tapfere Ausharren meiner Großmutter Helene und der unermüdliche Einsatz meines Vaters so einen Sinn bekommen.

 

Maria Schuppan

 

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